Souveränität: Wie schaffen wir Distanz zu uns selbst?

Was bedeutet Souveränität?

In der Sphäre des Gesellschaftspolitischen kennen wir den Souverän. Das kann ein Herrscher sein, also eine Person, aber auch der Staat. Der Souverän ist mit Rechten und Monopolen ausgestattet, etwa dem Gewaltmonopol. Das Wort „souverän“ stammt lt. Wikipedia vom französischen Wort souverain und vom lateinischen superanus = „darüber befindlich, überlegen“.

Bei AHA interessieren wir uns vor allem für die Souveränität als Eigenschaft des Handelns von Personen: Souveränes Handeln offenbart sich in Situationen des Drucks, dann, wenn Ungeplantes, Überraschendes herausfordernd an die Tür klopft, wenn nicht viel Zeit zum Entscheiden bleibt und wenn der Einsatz hoch ist. Wenn Menschen derartige Situation professionell-pragmatisch beantworten und meistern, dann attestieren wir ihnen Souveränität; sie sind überlegen (superanus).

Die Umkehrung von Ursache und Wirkung bedeutet Souveränität.

Das Haus macht das Graffiti.

Souveränität: Vertrauen und Macht

Nicht nur in solchen Situationen bedeutet Souveränität Macht. Wir sind geneigt, souveränen Menschen zu vertrauen und ihnen damit Macht zu übertragen. Selbst wenn das Ergebnis des Handelns negativ war oder die Folgen der als souverän wahrgenommenen Entscheidung nicht zum gewünschten Ziel geführt haben, so achten wir allein den souveränen (überlegenen) Auftritt als etwas Beispielhaftes, Vorbildliches.

Macht über sich selbst

AHA möchte neben dem Aspekt der Souveränität als Macht in sozialem Kontext noch auf eine zweite Facette des Souveränen aufmerksam machen, die wir Friedrich Nietzsche verdanken: Es ist der personale Aspekt, die Macht über sich selbst. Der Nietzsche-Forscher Rüdiger Safranski erklärt diesen Aspekt in einem Gespräch für das philosophie-MAGAZIN im Juni 2017:

„Souveränität ist, wenn man mit sich selbst spielen kann,
wenn man nicht von seinen Begierden und Bedürfnissen mitgeschleift wird,
sondern auf sich selbst wie auf einem Instrument spielt.“

Nietzsche wollte in diesem Sinn ein Künstler des Denkens sein, und das setze eine ironische Distanz zu sich selbst voraus, meinte er!

Souverän als Künstler

Ergebnisse der Hirnforschung legen nahe, mit unseren Ansprüchen an die Beherrschbarkeit unseren Denkens und Handelns demütig umzugehen: Das was unser Bewusstes ausmacht, scheinen wir danach im Vergleich zur Kraft des Unbewussten eher als zwergenhaft schwach einschätzen zu müssen. Distanz zum Selbst, und dann noch eine ironische? Eine solche Überlegenheit mag daher als anspruchsvolles Unterfangen erscheinen.

Trotzdem können wir der Metapher des Künstlers folgend versuchen, mit Ironie auf dem Selbst als Instrument zu spielen, uns sogar mit den Farben Sarkasmus und Satire zu portraitieren versuchen. Mit der Feder des Karikaturisten können wir dann möglicherweise jenes Distanz-Erlebnis des Souveränen wahrnehmen …

Dann erscheinen uns gewisse Zeitgenossen auf der aktuellen politischen Bühne gerade als das Gegenteil souveräner Persönlichkeiten: Sie sehen sich als Opfer dieses Künstlerischen, sie bekämpfen das Künstlerische sobald es ihnen als entartet erscheint. Wir kennen das aus der Zeit des Nazi-Faschismus allzu gut.

AHA Anspruch

AHA will – wie Nietzsche – die Führungskraft nicht als Manager sondern als Künstler herausfordern, der neue Regeln probiert! Der bewusst verfremdet und über die Distanz zu einer Perspektive kommt, aus der unternehmerischer Erfolg abzuleiten ist. Der keine Angst hat vor Un-Arten oder vor Ent-Artungen.

Distanz gewinnen! Das ist eines der Coaching-Ziele unseres AHA-Concepts.

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