Ordnung durch Stempel und Schubladen?

By 16. Juli 2017Blog, Inhalte
Wir Menschen möchten Ordnung und Struktur, Verlässlichkeit und Vorhersagbarkeit. Das streben auch viele Führungskräfte für ihre Organisationen an. Und manche Mitarbeiter – vielleicht die meisten – richten sich gern in der klar gegliederten Umgebung ein.

Ordnung: Der älteste gefundene Stempel ist ca. 3.500 Jahre alt.

Der Stempel

Ordentlich!

Zur Methodik der Ordnung zählt die Kategorien-Bildung, wir könnten Kategorien auch Eigenschafts-Cluster nennen. Oder bildlich: Kästchen und Schubladen. Alles was uns über den Weg läuft, packen wir dort hinein: Zeitgenossen, Dinge, Abläufe und Situationen. Beliebte Ordnungs-Mittel im Unternehmen sind beispielsweise Dienstpläne und Organigramme. Governance-Regeln passen auch in diese Kategorie.

Mit dieser Zuordnung erhält möglichst alles, was unsere Welt ausmacht, Platz und Heimat mit Stempel, Namen und Nummer. Daran erkennen wir die Phänomene dann wieder, können uns einstellen und einrichten, unser Tun ausrichten. Und wir projizieren das Ist als Rezept in die Zukunft.

So wie es sein soll. Fehlerfrei, denken wir.

Wir fühlen uns sicher!

Aber diese Sicherheit ist eine Illusion! Denn unsere induktiven Schlussfolgerungen haben einige entscheidende Mängel. Die Kästchen und damit unser Schubladendenken stecken voller Willkür:
  • Wir bleiben an der Oberfläche,
  • können uns deshalb irren,
  • fallen auf Schauspieler herein,
  • ignorieren „update-Bedarf“,
  • haben nur die Mehrheitsmeinung nachgeplappert,
  • fahren die Antennen ein und lassen bessere Lösungen unbeachtet links liegen,
  • stellen das Ordnungssystem an sich daher nicht in Frage und …
  • laufen folglich oft genug mit untauglichem Werkzeug herum.

Die Falle in der Ordnung

Im Sinne des Ordnungssystems machen wir vielleicht alles richtig, vorschriftsmäßig. Aber machen wir auch die richtigen Dinge??? In unserer Illusion fühlen wir uns auch dann noch wohl, wenn die Dinge nicht erwartungsgemäß laufen. Wir beklagen widrige Umstände, schlechte Politik oder böse Mächte, den Wettbewerb etwa. Oder die Digitalisierung und all die Amazons und Apples dieser ungerechten Welt. Immerhin: Als „Opfer“ können wir Mitleid erwarten. Aber unseren Irrtum erkennen wir nicht, an unseren Rezepten, den Systemen der Ordnung, auch des Denkens kleben wir blind. Für ein Unternehmen kann das tödlich sein.

Das Falsche entsorgen!

Mit AHA-Coaching schulen wir deshalb die Bereitschaft und Fähigkeit, Werkzeuge und Systeme zu prüfen, vermeintlichen Wahrheiten und Liebgewonnenem aus der Distanz hinter die Fassade zu blicken und – wenn nötig – Falsches ohne Sentimentalität zu entsorgen. Hinter Stempeln, Regeln und Regelmäßigkeiten wittern und erkennen wir auch die Gefahren. Wir trainieren unsere Reaktionskompetenz bei Unsicherheit, versuchen neues Denken, und dürfen das Ergebnis Souveränität nennen.
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