Der Erfolg braucht den Wettbewerb

By 10. Februar 2018Blog, Inhalte

Wettbewerb im Netzwerk: „Was zählt, ist die … ererbte Neigung, unendlich viele Bündnisse, Begünstigungen, Informationsflüsse und Betrügereien herauszubilden, die das tägliche Leben im Netzwerk bestimmen.“ (E. O. Wilson 2013)


Wettbewerb und Erfolg in der Evolution

Wilson erforscht und beschreibt die „eiserne Regel“ der genetischen Sozialevolution. Als Individuen bewegen wir uns in Netzwerken und Gruppen. Darin streben wir nach individuellem Erfolg: Wir versuchen, uns gegen die Kraft des Netzwerkes durchzusetzen und gleichzeitig die Vorteile der Gemeinschaft abzuschöpfen. Es herrscht also ein Wettbewerb des Egoistischen gegen das Altruistische, ME gegen US.

Ich, wir und die Anderen

Aber neben „unserer“ Gruppe US gibt es auch THEM, die Anderen, Individuen und Netzwerke, innerhalb deren Strukturen ebensolche Wettbewerbs- und Kooperationssituation herrschen. Diese THEM stehen (möglicherweise) im Wettbewerb mit US.

Von Ameisen und Märkten

Wilson ist Ameisen-Forscher, der den Transfer seiner Erkenntnisse auf menschliche Situationen wagt und von „ererbter Neigung“ spricht. Und tatsächlich können wir leicht die Parallelen zum Geschehen auf unserem Spielfeld erkennen: innerhalb des eigenen Unternehmens wie auch extern auf den Märkten.

Im Gleichgewicht?

Wettbewerb zwischen Realität und Deutung

Der Maler und seine Sicht

Als Regisseur unseres Geschäftsmodells interessiert uns besonders, welche Kräfteverhältnisse Wilson in diesem ME-US-THEM-Spiel erkennt:

Egoistische Individuen sind stärker als altruistische! Setzen sie sich durch, dann zerfällt die Gruppe.

Wettbewerb der Sandalen?

Sandalen der Mönche

Altruistische Individuen als Gruppe sind jedoch stärker als Egoisten und können im anderen Extremfall eine Ameisenkolonie-ähnliche Situation begünstigen.

 

 

 

Der Unternehmer trägt die Verantwortung für die Homöostase in der Organisation: Künstlerische Dominanz des Individuums im Fließgleichgewicht mit der organisierten Disziplin im Hintergrund. Die Bilder oben mögen die Extreme symbolisieren: das Unikat der Sichtweise des Einzelnen in der Malerei im Kontrast zur Aufgabe alles Individuellen in Mönchsklöstern.

Das Unternehmen „on stage“

Der Maler ist nicht automatisch ein Egoist, so wenig ist der Mönch per se ein Altruist. Die Begriffe Egoist und Altruist sind also irreführend, denn sie sind moralisch wertend konnotiert: Der Egoist sehen wir immer als den Schlechten, den Altruist als den Guten. Für das unternehmerische Handeln ist es deshalb vorteilhaft, eine möglichst moralfreie Sprachebene zu vereinbaren. Die Assoziation mit dem Theater oder Konzert, also mit der Bühne, ist hilfreich. Denn hier haben wir:

  • Solisten im Rampenlicht, sowie …
  • Ensemble und Backstage-Technik in der eher anonymen Atmosphäre des Grabens und hinter den Kulissen.

Wir wissen, daß beide, das Vorn und das Hinten, einander unabdingbar brauchen, um den Applaus zu erreichen. Unsere Solisten (Verkäufer, Key-Accounter usw.) haben wir deshalb ausgewählt, weil für sie das Rampenlicht unverzichtbar ist, sie würden mit einem Job im Hintergrund höchst unzufrieden sein. Umgekehrt gilt das Gleiche. Mitarbeiter sehen ihre jeweilige Job-Situation und ihre perspektivischen Wünsche höchst unterschiedlich.

Die AHA-Fragen

Das Koloniehafte, Ameisenartige als Extrem mögen wir uns im Unternehmen kaum vorstellen.

Erfolg ist individuell

Solo im Rampenlicht

Aber wieviel Freiraum wollen wir den Solisten bieten, ohne daß der von Wilson beschriebene Zerfall, das Chaos droht?

In welchen Situationen brauchen wir im Unternehmen so etwas wie Fließgleichgewichte, die sich einigermaßen selbst regulieren?

Und wann ist die Zeit für Schumpeters „kreative Zerstörung“, für das bewusste Erzeugen oder das Zulassen von Ungleichgewichten, aus denen wir Energie für Veränderungen abzapfen können?

Schlagwörter: | | | | | | | | | | |